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Demokratie ist möglich

Wir sind als eine von fünf stationären Einrichtungen der Jugendhilfe in Schleswig-Holstein für ein Praxisentwicklungsprojekt ausgewählt worden.

Anfang dieses Jahres haben wir uns in Kiel für die Teilnahme an dem Praxisentwicklungsprojekt des zuständigen Landesministeriums beworben. Über einen längeren Zeitraum werden wir jetzt fachkundig in der Entwicklung und Erprobung von Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche begleitet.

Für Kinder und Jugendliche sollen die demokratischen Strukturen unserer Gesellschaft möglichst frühzeitig erfahrbar werden. Ihren Wert können sie besonders dann erkennen, wenn sie in der Praxis erleben, wie wichtig die aktive Beteiligung an Plänen und Entscheidungen für ihr eigenes Leben und das Zusammenleben mit Anderen ist. Auch die Kinder und Jugendlichen, die bei uns wohnen, sollen sich aktiv in das Zusammenleben einbringen, um ein Gefühl für Eigenständigkeit und Eigenverantwortung zu entwickeln. So wird auch ihre Persönlichkeit gestärkt.

Wie und wann Kinder und Jugendliche in stationären Jugendhilfeeinrichtungen beteiligt werden können, wurde während einer Auftaktveranstaltung mit den fünf ausgewählten Projekten engagiert und kompetent diskutiert. Wichtig war allen, unterschiedliche Beteiligungsformen zu unterscheiden. Es gibt Entscheidungen, die von den Kindern und Jugendlichen selbstständig getroffen werden können, andere, bei denen eine Form von Mitbestimmung möglich ist und wieder andere, bei denen ein Mitspracherecht ermöglicht werden soll.

Auch im Kinder- und Jugendhaus St. Josef gibt es Entscheidungen, an denen die Kinder und Jugendlichen nicht beteiligt werden können, weil die äußeren Rahmenbedingungen dies nicht zulassen. Dazu zählen beispielsweise die Entscheidungen über die Höhe des Taschengeldes, die vom Sozialministerium für alle Einrichtungen vorgegeben ist, oder die Ausgehzeiten, die durch den Jugendschutz bestimmt werden. Gerade in solchen Fällen ist es wichtig, mit den Kindern und Jugendlichen darüber zu sprechen, wie solche Regeln entstehen und welche Bedeutung diese für das gesellschaftliche Miteinander haben.

Ein erster Schritt in der Umsetzung des Praxisentwicklungsprojektes wird sein, unserem Jugendparlament mit gewählten Kindern und Jugendlichen aus allen Wohngruppen eine Verfassung zu geben, die gemeinsam erarbeitet werden soll. Auf Wunsch der Kinder und Jugendlichen werden die Gruppenregeln einen weiteren Projektschwerpunkt bilden.

Diana Lemke

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